Gianluca

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DDOS-Attacke.jpg
Schema eines mittels des DoS-Clients ''Stacheldraht'' ausgeführten DoS-Angriffs

Denial of Service bzw. DoS (engl. für „Verweigerung des Dienstes“) bezeichnet in der Informatik einen Angriff auf die Verfügbarkeit eines Dienstes sowie Server oder gar eines ganzen Netzwerkes.

Für die Nichterreichbarkeit eines Servers, kann es mehrere Gründe geben. Oftmals aber ist es eine Überflutung, in Form von unendlichen Anfragen, welche auf einen Server treffen und die Absicht besitzen diesen zu Überlasten.

Bei einem beabsichtigen hervorrufen unendlicher Anfragen auf einen Server spricht man von der verbreiteten Verweigerung des Dienstes (engl. Distributed Denial of Service DDoS).

Mutwillige Serverüberlastungen

Sind heutzutage keine Seltenheit. Sie bestreben oftmals Absichten bestimmter Hackergrupierrungen oder Einzelpersonen eine genaue Website und deren Betreiber durch einen Überlastungsangriff wirtschaftlich zu Schaden. Dies wird manchmal sogar als legitime Protestaktion angesehen, je nach dem inwiefern den "Opfer" geschadet wird.

Unbeabsichtigte Überlastungen

Massenmedien zB, sind mit ihre Berichterstattung dazu in der Lage Websites zu erwähnen, welche in Folge dann in massiven Zahlen aufgerufen werden. Dies kann zu einer Überlastung der Seite führen, wenn sie eine so hohe Anzahl von Anfragen in kürzester zeit nicht gewohnt ist. Da aber jeder normale Server ein Backup besitzt sind technische Schäden in Form von Datenverlusten nicht zu befürchten.

Wie funktionieren DoS-Attacken?

Wie vorhin erwähnt wird ein ausgewähltes Ziel überflutet, und blockiert somit den Internetzugang zwischen Rechner und Server oder verhindert das Abrufen der Dienste eines Servers.Meist läuft dies HTTP (Hypertext Transfer Protocol) welches auf die hohe Anzahl der Anfragen nicht antworten kann bzw. sie nicht verarbeiten kann. Dies führt dazu das wirkliche Anfragen nicht mehr verarbeitet werden kann. Die Intension von Hackern die einen DoS-Angriff starten, ist variabel. Oftmals dient er nur als Mittel zum Zweck und gibt Hackern Zeit sich über andere Malware tiefer in das gewünschte System zu hacken. Oder er wird dazu benutzt für einen gewissen Zeitraum wirtschaftlichen Schaden der Betreiber zu verursachen. Egal wie man es dreht die Absicht eines Hackers mit so einer Attacke ist nicht die Infizierung eines Server oder gar Netzwerkes, sondern die einfache Lahmlegung des kompletten Systems um sich zB. Zeit zu verschaffen andersartige Angriffe ausführen zu können.

Arten von DoS-Angriffen

Distributed-Denial-of-Service(-Attack)

Kurz DDoS, ist eine besondere Form des Denial of Service. Bei einem Angriff wird ein ausgewählter Zielrechner mit unendlich vielen Zugriffen von vielen verteilten Systemen befallen. Dahinter steckt ein Botnetz, das von einer höheren Systeminstanz kontrolliert und gesteuert wird, den Angriff auszuführen, zum Beispiel bei einem Webserver. Dabei wird der Webserver so oft aufgerufen bis er schließlich mit der Anzahl der Anfragen überfordert ist und überlastet. Dann sind keine Zugriffe mehr regulären Besuche der Website möglich.


DDoS-Angriffe als Protestaktion

Enstanden sind DDoS-Attacken, als einer der ersten Form des Cyberaktivismuses und gewinnt heute immer mehr an Popularität. Einfach zu bedienende Werkzeuge wie zum Beispiel die am meisten verwendete Low Orbit Ion Cannon ermöglichen es nun auch dem Otto Normalverbraucher , den Betrieb fremder Computer, Webseiten und Dienste und Servern mit zB. Denial-of-Service-Angriffen zu stören.

Befürworter dieser Form des Protestes argumentieren, dass bei Online-Demonstrationen die Protestierenden nur ihre eigenen Mittel verwenden und deren Aktionen somit weder das Tatbestandsmerkmal der Gewalt, noch eine Drohung mit einem empfindlichen Übel aufweisen. Daher solle man zwischen politischer- und wirtschaftlicher Aktionismus im Bereich der DDoS-Angriffe ,unterscheiden. <ref>Achim Sawall: ''Anonymous fordert Legalisierung von DDoS-Attacken''. In: golem.de. 10. Januar 2013, abgerufen am 28. März 2013.</ref>

In Deutschland, wie in fast allen Ländern der EU, ist bereits der Versuch der Störung , in dem Falle die Installation der dafür benötigten Software, strafbar und zählt unter Computersabotage

Beispiele für erfolgreiche Attacken

Im Folgenden werden bekannte Beispiele zu absichtlich herbeigeführten Serverüberlastungen aufgeführt.

  • August 2008: Die Webseite des georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili ist nicht mehr erreichbar.

<ref>Hack-Attacke auf Georgien: Ehrenamtliche Angriffe, Artikel bei <em>Spiegel Online</em>, vom 14. August 2008</ref>

  • Anfang Juli 2009:Südkoreanische und US-amerikanische Regierungsseiten, Shoppingportale und Nachrichtendienste sind nach Angriffen vorübergehend nicht mehr erreichbar. Die ferngesteuerten Zugriffe von bis zu 30.000 mit schädlicher Software infizierten PCs sollen an dem Angriff beteiligt gewesen sein.

<ref>Hacker-Attacke auf Südkorea: Österreich unter Verdacht, Artikel bei <em>DiePresse.com</em>, vom 10. Juli 2009</ref>

  • 6. bis 8. Dezember 2010: Als Reaktion auf Sperrungen von WikiLeaks-Konten bei der PostFinance wie auch bei den Zahlungsdiensten MasterCard, Visa, PayPal und Amazon wurden deren Webseiten angegriffen und, bis auf die Amazon-Seite, zeitweise in die Knie gezwungen.

<ref>{{Internetquelle}}</ref><ref>{{Internetquelle}}</ref>

<ref>Bank Hacking Was the Work of Iranians, Officials Say</ref>

  • 21. Oktober 2016: Der Internetdienstleister Dyn wurde ab 7 Uhr, beginnend an der Ostküste der USA, mit dem Ziel der Attacke, die die Angebote namhafter Dyn-Kunden, wie Twitter, Netflix, Spotify, Airbnb, Reddit und anderer teilweise außer Funktion setzte. Neu an dem Angriff war,dass die Ausführung in mehreren Wellen über den Tag erfolgte , welches sich offenbar auf eine Infrastruktur aus ferngesteuerten Geräten stützte, die zum "Internet der Dinge" gehörten.

<ref>Nicole Perlroth: ''Hackers Used New Weapons to Disrupt Major Websites Across U.S.'' New York Times vom 21. Oktober 2016</ref>


Gegenmaßnahmen

Um Überlastungen von kritischer/fragiler Informationstechnik-Infrastruktur zu vermeiden oder solche mindestens zu begrenzen, wurden im Laufe der letzten Jahre einige Gegenmaßnahmen entwickelt:

<ref name="BSI">Der Bot im Babyfon, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vom 24. Oktober 2016, abgerufen am 27. Oktober 2016</ref>

  • Es wird empfohlen: die UPnP-Funktion bei Routern zu deaktivieren und unbenutzte Dienste zu sperren, um zu verhindern, dass die Geräte in einem lokalen Netzwerk missbraucht werden können.<ref name="BSI"></ref>
  • Bei kleineren Überlastungen: die nur von einem oder wenigen Rechnern/Absendern verursacht werden, kann eine Dienstverweigerung mit Hilfe von einfachen Sperrlisten (i.d.R. eine Liste von Absenderadressen) vollzogen werden. Diese Sperrlisten werden von einer Firewall ausgeführt: Sie verwirft dabei Datenpakete von IP-Adressen aus dieser Sperrliste (oder leitet sie um). Oft kann eine Firewall auch simple Angriffe automatisch erkennen und diese Sperrlisten dynamisch erzeugen, zum Beispiel durch Rate Limiting von TCP-SYN- und ICMP-Paketen.
  • Analyse- und Filtermaßnahmen: können sowohl auf dem angegriffene Rechner als auch auf dem Grenzrouter des Providers eingerichtet werden. Letzteres ist die effektivere Variante bei Überlastungen des Internetzugangs.
  • Außerdem: sollten Grenzrouter ungültige Absenderadressen nach RFC 2267 filtern um DoS-Angriffe zu verhindern, die versuchen, via IP-Spoofing die Sperrlisten zu umgehen.
  • Falls dem Angreifer: nur die IP-Adresse des betroffenen Rechners bekannt ist, besteht zudem die Möglichkeit, diese zu ändern (beim PC zu Hause würde in der Regel der Neustart des Routers reichen). Erfolgt jedoch ein DoS-Angriff über einen öffentlichen DNS-Hostname und nicht über die IP-Adresse allein, so hilft diese Maßnahme nur kurzfristig.
  • Bereits: bei der Wahl des Providers sollte man berücksichtigen dass, dieser explizit einen Grundschutz gegen DDoS-Angriffe anbietet. Der Grundschutz ist eine Kombination aus multiplen Internet-Anbindungen im zwei- bis dreistelligen Gbit/s-Bereich und spezialisierter Hardware zur Datenstromanalyse und Verteidigung von Angriffen auf Anwendungsebene.
  • Eine weitere Möglichkeit:' – welche aber in der Regel aber kostenaufwendiger ist, wäre die Gegenmaßnahme der sogenannten Serverlastverteilung. Wobei die bereitgestellten Dienste mit der Hilfe von verschiedenen Virtualisierungstechniken auf mehrere Rechner.

Siehe auch