Matching-Probleme
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Inhaltsverzeichnis |
Leonard Mory, Felix Lüpke
Thematischer Einstieg und Motivation
Erläuterung
- Bei Matching-Problemen handelt es sich um spezielle Zuordnungsprobleme
- werden auch als Zuteilungsprobleme bezeichnet
- Gegenstand ist die optimale Zuordnung der Elemente zweier disjunkter Mengen
- Zuordnungsprobleme sind z.B. Bewerber auf freie Stellen, Lehrer auf Schulklassen
- eine erfolgreiche Paarbildung nennt sich Matching
Effizienz
- Matchingprobleme werden in Polynomialzeit gelöst
Definition
- Ein Graph G=(V,E) heißt bipartiter Graph, wenn man V in zwei disjunkte Mengen U und W zerlegen kann, so dass alle Kanten zwischen U und W verlaufen.
Matching
- Ein Matching von G=(V,E) ist eine Teilmenge M ⊆ E der Kanten von G mit der Eigenschaft, dass keine zwei Kanten einen gemeinsamen Knoten besitzen.
- ein Knoten kann nur zu einer Matchingkante gehören
- zwei Matchingkanten dürfen niemals adjazent sein
Hinweis Das Stellen und Bearbeiten von Matchingproblemen setzt keinesfalls einen Bipartiten Graphen voraus, bietet sich jedoch an. Einem nicht bipartiten Graphen, für den ein Matching existiert, können wir dennoch einen bipartiten Kontext "unterstellen".
Maximales Matching
- Ein Matching M von G ist maximal, wenn jedes Hinzufügen einer weiteren Kante zu M das Matching zerstört. Die Knoten der Kanten, die zu einem Matching gehören, nennt man vom Matching überdeckt.
- Wenn der Graph aus n Knoten besteht, kann ein maximales Matching \frac{n}{2} Kanten beinhalten
- Ein maximales Matching wird auch "nicht erweiterbar" genannt
Hier nur ein Beispiel eines maximalen Matching:
Maximales Matching
1_2_max_matching.PNG
- Es ist wichtig den Unterschied zwischen einem erweiterten- und einem völlig anderen Matching zu erkennen
Perfektes Matching
Wenn für ein Matching M\subseteq E gilt: \forall e(v,w) \in M \colon \forall {v,w}\subseteq \in V , so ist M perfekt.
- Sind alle Knoten von G von einem Matching überdeckt, so handelt es sich um ein perfektes Matching.
- damit ist die maximale Mächtigkeit eines Matching erreicht
- Anzahl n der Knoten muss dafür eine gerade Zahl sein
Möglichkeiten des perfekten Matchings
Zusammenhang
Jedes perfekte Matching ist maximal, aber nicht jedes maximale Matching ist perfekt.
Ausgangssituation
- Behandelt werden ausschließlich Probleme von zwei Mengen
- Somit fällt die Betrachtung auf bipartite Graphen
Beispiel
Jugendherberge
Matchings für bipartite Graphen
- Ein Graph G = (V,E) heißt bipartit, wenn sich die Knotenmenge V in zwei disjunkte Teilmengen V1 und V2 zerlegen lässt, sodass keine Kante von G zwei Knoten derselben Teilmenge miteinander verbindet. Ein bipartiter Graph mit maximal möglicher Kantenanzahl heißt vollständig bipartit und wird mit K_{r,s} bezeichnet, wenn r bzw. s die Anzahlen von V1 bzw. V2 sind.
- Alle Kanten verbinden nur jeweils einen Knoten aus V1 mit einem Knoten aus V2
Heiratssatz von Hall
- Name kommt vom früher verbreiteten Problem, eine Gruppe Frauen zu verheiraten
- aber nur, wenn es eine Gleichgroße Gruppe Männer gibt
- die sich mindestens für eine Frau der Gruppe interessieren
Grad einer Knotenmenge:
- Es sei G = (V,E) ein Graph und U eine Teilmenge der Knoten E. Wir definieren den Grad von U als die Anzahl derjenigen Knoten von G, die mit einem Knoten aus U eine Kante bilden, und schreiben dafür d(U).
- für die Teilmenge U={Ursula, Karin} gilt d(U)=3, da drei Kanten zu einer anderen Teilmenge führen (Peter, Michael, Wolfgang)
Jetzt kann man den Satz von Hall verständlich formulieren:
- Ein bipartiter Graph G = (V1 ∪ V2,E) besitzt genau dann ein perfektes Matching, wenn für alle Teilmengen U1 ⊆ V1 die Ungleichung d(U1) ≥ |U1| erfüllt ist.
- zur Untersuchung wird der Graph in zwei Teilmengen zerlegt
- V1={Ursula (1), Karin (2), Helga (3), Sabine (4)} und V2={Peter, Michael, Thomas, Wolfgang}
- eine Kante bedeutet, dass beide Personen aneinander interessiert sind
- jetzt müssen alle 15 Teilmengen von V1 überprüft werden, wir begrenzen uns aber nur auf Teilmengen die den Knoten 1 enthalten
| d({1}) | = 3 ≥ 1 |
| d({1, 2}) | = 3 ≥ 2 |
| d({1, 3}) | = 4 ≥ 2 |
| d({1, 4}) | = 3 ≥ 2 |
| d({1, 2, 3}) | = 4 ≥ 3 |
| d({1, 2, 4}) | = 3 ≥ 3 |
| d({1, 3, 4}) | = 4 ≥ 3 |
| d({1, 2, 3, 4, }) | = 4 ≥ 4 |
- wenn kein Widerspruch gefunden wird, besagt der Heiratssatz, dass ein perfektes Matching existiert
| Wahl | Ursula | Karin | Helga | Sabine |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Peter | Peter | Thomas | Wolfgang |
| 2 | Michael | Michael | Wolfgang | Michael |
| 3 | Wolfgang | - | - | - |
| Wahl | Peter | Michael | Thomas | Wolfgang |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Karin | Sabine | Helga | Ursula |
| 2 | Ursula | Karin | - | Helga |
| 3 | - | Ursula | - | Sabine |
- nur für kleine Interessengraphen
Maximal-Matching-Algorithmen
Greedy-Matching-Algorithmus
Es handelt sich um einen Algorithmus, in welchem, gemäß dem Konzept des Greedy-Verfahrens, am Ende eines Schritts stets der aktuell bestmögliche Folgeschritt gewählt wird. Der Vorteil liegt in der Schnelligkeit, mit der Ergebnisse produziert werden, welche allerdings nicht immer optimal sind.
Ausgangssituation
Gegeben sei ein Ausgangsgraph G = (V,E) und ein Matching M. Zum Schluss soll M ein maximales Matching sein.
Protokoll
1 Setze M := \varnothing 2 Wähle eine Kante e \in E, füge e M hinzu 3 Entferne e und alle benachbarten Kanten aus E 4 Falls E \neq \varnothing gehe zu 2, sonst STOPP: M ist maximal
Verbessernde Wege
Zuordnungsproblem
Quellen
- https://books.google.de/books?id=2qkkBAAAQBAJ&pg=PA45&dq=matching+probleme&hl=de&sa=X&ved=0CCIQ6AEwAWoVChMI_K-g08SFyQIVob5yCh19wwwa#v=onepage&q=matching%20probleme&f=false
- https://books.google.de/books?id=Rj0lBAAAQBAJ&pg=PA292&dq=matching+probleme&hl=de&sa=X&ved=0CD0Q6AEwBWoVChMI_K-g08SFyQIVob5yCh19wwwa#v=onepage&q=matching%20probleme&f=false
- http://matheplanet.com/default3.html?call=article.php?sid=1070&ref=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F
- http://algo.rwth-aachen.de/Lehre/SS11/VEA/Skripte/matchings.pdf
- https://www.tu-ilmenau.de/fileadmin/public/iti/Lehre/EAII/WS11/Kapitel2-Matchings.pdf



